"Wir suchen Alltagsbegleiter/in (m/w/d)" – Und keiner bewirbt sich.
Die Stellenanzeige ist seit Wochen online. Auf Indeed, auf der Webseite der Agentur für Arbeit, auf einem A4-Zettel im Rathaus.
Ergebnis: Drei unpassende Bewerbungen und eine, die auf die Einladung zum Gespräch nie geantwortet hat.
Klingt frustrierend? Willkommen im Alltag der Betreuungsbranche.
Aber bevor Sie den Fachkräftemangel als Ursache akzeptieren, stellen Sie sich eine unbequeme Frage: Würden SIE sich bei Ihrem eigenen Unternehmen bewerben – basierend auf dem, was online über Sie zu finden ist?
Das Problem ist nicht der Markt – es ist Ihre Sichtbarkeit
Check 1: Ihre Website
Haben Sie eine eigene Website? Wenn ja: Ist dort eine Karriereseite mit echten Fotos Ihres Teams? Oder nur ein PDF-Link zur Stellenanzeige?
Moderne Bewerber (auch Quereinsteiger, Mütter in Teilzeit, Studenten) googeln Sie. Wenn sie nichts finden oder eine Webseite von 2012 sehen, klicken sie weg.
Check 2: Google Bewertungen
Haben Sie Google-Bewertungen? Sind sie positiv? Bewerber lesen Bewertungen genauso wie Kunden. 4,8 Sterne = "Da will ich arbeiten". 0 Bewertungen = "Gibt es die überhaupt?"
Check 3: Social Media
Zeigen Sie Ihren Arbeitsalltag auf Instagram oder Facebook? Echte Bilder, echte Geschichten? Oder ist Ihr letzter Post von 2023?
Die 3-Stufen-Lösung
Stufe 1: Die "30-Sekunden-Bewerbung"
Machen Sie den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich. Kein Anschreiben, kein Lebenslauf-Upload, kein Registrierungszwang.
Ein Formular mit 4 Feldern: Name, Telefonnummer, Erfahrung (Ja/Nein), Wunsch-Arbeitszeit.
Das war's. Innerhalb von 24 Stunden rufen SIE an. Wer zuerst anruft, gewinnt den Bewerber.
Stufe 2: Der automatische "Willkommens-Flow"
Nachdem jemand sich bewirbt, bekommt er sofort eine persönliche Nachricht (automatisiert, aber warm):
"Vielen Dank für Ihr Interesse! Wir freuen uns sehr. Sandra aus unserem Team meldet sich morgen zwischen 10 und 12 Uhr bei Ihnen."
Warum? Weil Bewerber in der Pflege-/Betreuungsbranche oft 5 Bewerbungen gleichzeitig rausschicken. Wer zuerst antwortet, bekommt den Zuschlag.
Stufe 3: Der "Mitarbeiter-wirbt-Mitarbeiter"-Bot
Ihre besten Recruiter sind Ihre eigenen Leute. Schaffen Sie einen einfachen Weg: Ein Link, den Mitarbeiter an Bekannte weiterleiten können. Kommt darüber eine erfolgreiche Einstellung zustande, gibt es eine Prämie.
Fazit: Recruiting ist Marketing
In einer Branche mit Fachkräftemangel gewinnt nicht der, der die meisten Stellenanzeigen schaltet. Es gewinnt der, der als Arbeitgeber sichtbar und attraktiv ist.
Investieren Sie in Ihren digitalen Auftritt – nicht nur für Klienten, sondern auch für zukünftige Mitarbeiter.
Ihre nächste beste Alltagsbegleiterin scrollt gerade durch ihr Smartphone. Finden Sie sie dort?